Wie aus Vorurteilen Neugier wurde – und warum heute ein BYD Atto 2 Comfort vor unserer Tür steht.
„Fahrende Rasierapparate“ – genau das habe ich früher gesagt😂
Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, dass ich einmal mit Begeisterung ein Elektroauto fahren würde, hätte ich vermutlich laut gelacht.
Ich gehörte zu den Menschen mit jeder Menge Vorurteilen. E‑Autos waren für mich langweilig, hatten zu wenig Reichweite und waren nur etwas für Leute, die ständig an der Ladesäule stehen. Den Ausdruck „fahrende Rasierapparate“ habe ich tatsächlich selbst benutzt.
Sogar meine Schwester musste sich den einen oder anderen Spruch anhören. Sie fuhr einen kleinen elektrischen Renault Clio mit gerade einmal rund 150 Kilometern Reichweite. Ich konnte nicht verstehen, warum man sich freiwillig so einschränken sollte.
Tja… heute muss ich darüber selbst schmunzeln.
Der Anfang: Eigentlich wollte ich wieder einen Verbrenner
Anfang 2026 stand fest: Mein treuer Hyundai Kona 1.6 4WD war inzwischen acht Jahre alt. Ein neues Auto sollte her.

Also begann das, was wahrscheinlich jeder Autofan kennt: stundenlang YouTube schauen. Testberichte, Fahrberichte, Vergleiche – allerdings fast ausschließlich von Benzinern und Dieseln.
Bis plötzlich ein Video auftauchte.
Die Marke hieß Geely. Eigentlich wollte ich sofort weiterscrollen. Ein chinesisches Elektroauto? Das interessierte mich überhaupt nicht.
Aus irgendeinem Grund blieb ich trotzdem hängen.
Vielleicht wollte ich einfach bestätigt bekommen, dass E‑Autos für den Durchschnittsfahrer untauglich sind.
Genau das passierte nicht. Aus Ablehnung wurde Neugier
Dieses eine Video änderte nicht meine Meinung – aber es öffnete eine kleine Tür.
Plötzlich suchte ich ganz bewusst nach weiteren Tests und Erfahrungsberichten. Je mehr ich sah, desto mehr bröckelten meine Vorurteile.
Natürlich gab es Dinge, die mich weiterhin störten. 350 bis 400 Kilometer fahren und dann laden? Das klang zunächst nach einer Katastrophe.
Bis ich einmal ehrlich über mein eigenes Fahrverhalten nachdachte.
Die Erkenntnis, die alles verändert hat
Mein alter Kona schaffte rund 600 Kilometer mit einer Tankfüllung. Trotzdem bin ich nie 600 Kilometer am Stück gefahren.
Nach zwei Stunden brauchte ich ohnehin eine Pause.
- Ich musste auf die Toilette.
- Meine Frau wollte sich die Beine vertreten.
- Unser Labrador musste raus.
Und plötzlich wurde mir klar:
Ich mache die Pause sowieso. Warum sollte das Auto in dieser Zeit nicht ebenfalls neue Energie tanken?
Das war der Moment, in dem Reichweitenangst für mich deutlich kleiner wurde.
Laden ohne Wallbox? Ja, das geht.
Ein weiterer Punkt sprach eigentlich gegen ein Elektroauto: Ich habe keine Wallbox zu Hause.
Klar, theoretisch könnte ich über eine Schuko-Steckdose laden. Praktisch macht das für mich wenig Sinn.
Denn mein Alltag sieht ganz anders aus:
Ich fahre überwiegend in Krefeld, erledige Einkäufe und bin mindestens zweimal pro Woche bei Supermärkten oder Discountern. Genau dort stehen inzwischen immer häufiger Ladesäulen.
Das Auto lädt also während ich einkaufe – nicht während ich schlafe.
Für meinen Fahralltag mit rund 350 Kilometern im Monat funktioniert dieses Konzept erstaunlich gut.
Warum ausgerechnet ein BYD?
Jetzt begann die eigentliche Suche.
Es gab einige Elektroautos, die mir gefielen. Leasing kam für mich allerdings nicht infrage – ich wollte mein Auto kaufen.
Nach unzähligen Testvideos blieb am Ende ein Modell übrig:
BYD Atto 2 Comfort 65 kWh Blade Akku



Genau die Ausstattung, die ich gesucht habe.
Der Atto 2 Comfort bot genau die Ausstattung, die ich gesucht hatte: ausreichend Reichweite, moderne Technik und ein Preis, der für mich realistisch war.
Im Mai 2026 hatte ich dann Glück. Ein Händler hatte genau dieses Modell verfügbar. Statt monatelanger Lieferzeit musste ich nur knapp drei Wochen warten.
Die erste große Fahrt: Ab an die Nordsee!
Gerade einmal zwei Wochen nach der Abholung ging es direkt auf Tour.
Krefeld → Friedrichskoog

Ehrlich gesagt war ich gespannt, ob mich das Laden unterwegs nerven würde.
Das Gegenteil war der Fall.
Die Ladepause fühlte sich überhaupt nicht wie Warten an. Die Ladeplanung lief komplett über das Atto Navi und war einfach klasse. Kaffee holen, Hund laufen lassen, einmal durchatmen – und der Akku war anschließend wieder bereit für die Weiterfahrt.
So hatte ich mir das vorher nie vorgestellt.
Nach drei Monaten: Bereue ich den Wechsel?
Heute fahren wir den BYD seit knapp drei Monaten und haben etwas mehr als 2.000 Kilometer zurückgelegt.
Das reicht noch nicht für einen Langzeittest. Aber für einen ersten Eindruck mehr als genug.
Was mich am meisten überrascht hat:
Unglaublich leise. Das ruhige Fahren macht jede Strecke entspannter.
Trotzdem richtig dynamisch. Der spontane Antritt zaubert jedes Mal ein Grinsen ins Gesicht.
Laden ist Alltag geworden
Nicht mehr Tanken planen – sondern nebenbei Energie nachladen.
Dass meine Frau den Wagen inzwischen lieber fährt als alle Autos davor, hätte ich übrigens auch nicht erwartet.
Der nächste Härtetest wartet
In diesem Jahr geht es noch in den Urlaub nach Brandenburg.
Das wird unsere bislang längste Reise mit dem Atto 2 – inklusive mehrerer Schnelllade-Stopps. Ich werde darüber natürlich ausführlich berichten: ehrlich, mit echten Verbrauchswerten und den tatsächlichen Ladekosten.
Ich bin selbst gespannt.
Mein Fazit
Ich habe gelernt, dass Vorurteile oft dort entstehen, wo eigene Erfahrungen fehlen.
Ich behaupte nicht, dass ein Elektroauto für jeden Menschen die perfekte Lösung ist. Wer täglich 800 Kilometer fährt oder ganz andere Anforderungen hat, wird vielleicht anders entscheiden.
Für mich hat sich der Blick über den Tellerrand gelohnt.
Aus dem Mann, der E‑Autos „fahrende Rasierapparate“ nannte, ist jemand geworden, der heute jede Fahrt genießt.
E-Mobilität muss keine Freundschaften trennen
Was mir bei dem ganzen Thema Elektromobilität aber ganz besonders wichtig ist: Meine Freunde bleiben meine Freunde – ganz egal, was sie fahren. 😊
Ich habe inzwischen festgestellt, dass in meinem persönlichen Umfeld fast ausschließlich Verbrenner gefahren werden. Und wisst ihr was? Das hat noch nie zu irgendwelchen Diskussionen oder Streit geführt. Warum auch? Jeder soll das fahren, womit er sich wohlfühlt. Der eine liebt den Sound und das Gefühl eines Verbrenners, der andere entdeckt die Vorteile eines Elektroautos für sich. Beides darf nebeneinander existieren.
Ich finde, wir sollten viel öfter über unsere gemeinsamen Erlebnisse sprechen – und nicht darüber, welchen Antrieb das Auto hat. Freundschaft hängt schließlich nicht an einem Motor.
Und deshalb geht an dieser Stelle ein ganz besonderer Gruß nach Luxemburg! Auch wenn wir beim Thema Auto vielleicht nicht immer derselben Meinung sind: Freunde bleiben Freunde! 😉 🫠
Und manchmal ist es gar nicht schlimm, wenn man seine Meinung ändern muss.
© by Rudi Geiss

