Meine Philosophie beim Motorrad
Grundsätzlich bin ich kein Freund von großen Umbauten am Motorrad. Für mich zählt meistens der Originalzustand. Ich mag es, wenn die Maschine so aussieht und funktioniert, wie der Hersteller sie konzipiert hat. Dennoch bin ich nicht strikt dagegen, wenn es um funktionale Verbesserungen oder notwendige Ersatzteile geht. Wenn ein Teil am Motorrad kaputtgeht oder verschlissen ist, bin ich durchaus offen dafür, auf hochwertiges Zubehör auszuweichen, anstatt stur auf teure Originalteile zu bestehen.


Ein gutes Beispiel dafür war meine Suzuki VS1400 Intruder. Der Chrom an der Auspuffanlage hatte sich über die Jahre fast vollständig verabschiedet – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Vorbesitzer es mit der Pflege nicht so genau genommen hatte. Da neue Originaltöpfe sehr teuer gewesen wären, entschied ich mich für den Anbau einer Silvertail-Auspuffanlage. Diese Investition habe ich nie bereut: Die Anlage sah optisch hervorragend aus, war preislich attraktiver als das Originalteil und bot zudem den großen Vorteil, dass sie trotz des besseren Sounds nicht lauter war als erlaubt. Ein perfekter Kompromiss aus Optik, Preis und Funktionalität.
Aktuell stehe ich bei meiner Triumph Thunderbird vor einer ähnlichen Überlegung. Ich spiele mit dem Gedanken, die Lichtanlage auf LED-Technik umrüsten zu lassen. Mein Hauptmotiv ist hierbei nicht die Optik, sondern die Sicherheit: Durch das hellere und weißere LED-Licht werde ich im Straßenverkehr deutlich besser von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen.

Allerdings zögere ich noch, und das hat einen ästhetischen Grund. Die Umrüstung ist mit Kosten von etwa 600 bis 800 Euro verbunden. Der Knackpunkt ist jedoch, ob der moderne, technische Look des LED-Lichts harmonisch zu meiner mittlerweile 11 Jahre alten Maschine passt oder ob es einen zu starken Stilbruch darstellt. Es ist ein klassisches Abwägen zwischen Sicherheitsgewinn und Originaloptik.
© by Rudi Geiss

