Bad Reichenhall Tag 2

Erinnert ihr euch noch an gestern? Nach sportlichen 780 Kilometern im Sattel hatten wir für heute eigentlich das absolute Kontrastprogramm geplant: Eine entspannte, lockere „Kaffeefahrt“ über knapp 180 Kilometer. Ein bisschen Sightseeing, ein bisschen Kurvenkratzen, die Seele baumeln lassen. Die Route stand: Inzell, Ruhpolding, Traunstein, Waging am See, Berchtesgaden und gemütlich zurück nach Bad Reichenhall.

Klingt nach einem perfekten Plan, oder? Tja, der Wettergott hatte da eine völlig andere Definition von „perfekt“.

Die Sache mit dem Regenkombi…

Man kennt das ja: Man spürt die ersten Tropfen, und hofft, dass der Regen wieder aufhört. Ne ne, er hört nicht auf, eher das Gegenteil.

Kurz gesagt: Bis ich mich endlich in den Regenkombi gequetscht hatte, war der Drops schon gelutscht. Ich war nass. Und zwar nicht nur ein bisschen – sondern nass bis auf den Schlüppi! Ein Traum.

Als ob die Dusche von oben nicht gereicht hätte, wartete da noch ein ganz besonderes Schmankerl auf uns. Wir mussten einige Kilometer über eine Straße, bei der man das Wort „Straße“ eigentlich in dicke Anführungszeichen setzen müsste. Der neue Asphalt, der da eigentlich hingehört, liegt nämlich anscheinend noch in der Straßenmeisterei. Auf der Piste selbst? Purer, aufgeweichter Matsch.

Das Ergebnis? Meine Triumph sieht aktuell nicht aus wie ein britisches Traditionsmotorrad, sondern als hätte ich damit gerade die Rallye Dakar gewonnen. So eine Hardcore-Motocross-Optik hatte mein Moped definitiv noch nie! Putzen? Das verschieben wir auf unbestimmte Zeit.

Nachdem wir also erfolgreich geduscht und geschlammt worden waren, haben wir die Reißleine gezogen. Die Tour wurde abgebrochen und das Nachmittagsprogramm hieß: ausgiebige Augenpflege im Hotelzimmer.

Neeee, das bin ich nicht. Ich habe Urlaub😱

Jetzt liegen wir trockengelegt in den Federn, lauschen dem Prasseln draußen und hoffen einfach, dass Petrus sein Liebespulver für heute verschossen hat.

Drückt uns die Daumen für morgen – schlechter kann das Wetter eigentlich gar nicht mehr werden (bitte nicht als Herausforderung verstehen, lieber Wettergott!).

Bis dahin: Bleibt trocken!

© by Rudi Geiss

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