Erfahrungsbericht mit dem BYD Atto 2 Comfort

1.150 km Härtetest an die Nordsee.

Im Juni war mein BYD Atto 2 Comfort exakt zwei Wochen alt. Nach so einer kurzen Zeit lässt sich natürlich noch kein finales Langzeitfazit ziehen, aber ein langes Pfingstwochenende an der Nordsee bot die perfekte Gelegenheit für einen ersten echten Härtetest. Insgesamt knapp 1.150 Kilometer Strecke (Hin- und Rückfahrt) sind zusammengekommen. Hier sind meine ersten Eindrücke, mein Verbrauch und meine persönliche Meinung.

Der Pflicht-Kritikpunkt: EU-Regulierungen bremsen den Komfort. Bevor ich zum Auto selbst komme, muss ich den einzigen echten Kritikpunkt loswerden. Dieser ist allerdings kein BYD-spezifisches Problem, sondern den aktuellen EU-Vorschriften (GSR II) geschuldet. Die Flut an gesetzlich vorgeschriebenen „Helferlein“ – von der Fahrerüberwachung über den Spurhalteassistenten bis hin zur Geschwindigkeitswarnung – empfinde ich im Alltag als extrem nervig. Zwar lassen sich diese Systeme vor Fahrtbeginn manuell deaktivieren, nach jedem Fahrzeugneustart ist jedoch wieder alles aktiv. Das trübt den anfänglichen Komfort leider etwas.

Intelligente Routenplanung: Die Angst vor dem Laden ist unbegründet. Abseits der EU-Regularien hat mich der Atto 2 auf der Langstrecke jedoch absolut begeistert. Besonders hervorzuheben ist die Performance des bordeigenen Navigationssystems. Da ich die EnBW-Ladekarte nutze, habe ich das System vorab so konfiguriert, dass ausschließlich EnBW-Säulen in die Routenplanung einbezogen werden. Zudem lässt sich im Navi flexibel einstellen, mit wie viel Prozent Restkapazität (SoC) man an den Ladesäulen oder am Ziel ankommen möchte. Als Elektroauto-Neuling fährt man beim ersten Mal natürlich mit einer gewissen Grundnervosität los. Diese war im Nachhinein völlig unbegründet. Hinfahrt: Das Navi plante zwei Ladestopps ein. Beide Male ging es kurz runter von der Autobahn direkt in moderne Ladeparks. Das funktionierte reibungslos und absolut stressfrei.

Rückfahrt: Identisches Bild. Ziel eingegeben, der Atto 2 übernahm die komplette Ladeplanung und führte mich punktgenau von Säule zu Säule. Fahrverhalten und Verbrauch auf der Autobahn: Vom Fahrprofil her habe ich mich im Vergleich zu meinen früheren Verbrenner-Zeiten überhaupt nicht umgewöhnt. Ich bin keineswegs „hinter den LKWs her geschlichen“, sondern dort, wo es der Verkehr zuließ, mit der gewohnten Reisegeschwindigkeit von 125 bis 130 km/h gefahren. Auch der Rhythmus passte perfekt zu meinen Gewohnheiten: Nach maximal 2,5 Stunden Fahrzeit mache ich ohnehin eine Pause – genau in diesem Intervall verlangte auch der Atto nach Strom.

Der Verbrauch auf der Autobahn pendelte sich im Durchschnitt bei 19 bis 21 kWh / 100 km ein. In Anbetracht des Reisetempos und der Fahrzeugklasse ist das ein absolut solider und völlig akzeptabler Wert. Fazit nach den ersten zwei Wochen mit den Fahrten vor Ort zeigt der Tacho nun insgesamt rund 1.350 Kilometer an. Das ist zwar erst der Anfang eines Autolebens, aber mein erstes Zwischenfazit fällt sehr positiv aus: Wer ein zuverlässiges, langstreckentaugliches und im Lade-Alltag intelligentes Fahrzeug sucht, macht mit dem Atto 2 Comfort alles richtig. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Wahl!

Im September steht eine Reise nach Ostdeutschland an. Insgesamt ca. 1500 km. Nach knapp 4 Monaten mit dem BYD, ist das Vertrauen in die E-Mobilität bei fast 100%.

© by Rudi Geiss

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